Das Konzept: Idee und Ziele

Wie die Idee entstand
Bei seiner Arbeit in einer Institution für Menschen mit einer Beeinträchtigung konnte Hans Fuhrer miterleben, welche positive Wirkung theaterspielen auf behinderten Menschen ausüben kann. Zurückgezogene, unsichere, eingeschüchterte Menschen wurden selbstbewusster, wagten sich immer mehr zu zeigen, entwickelten Freude daran, mit neuen Rollen zu experimentieren und entdeckten ihre Lust an der Bewegung. Für viele wurde das Theaterspielen zum eigentlichen Highlight ihres vielfach eingeschränkten Alltagslebens. Diese Erfahrung hatte Hans Fuhrer dazu inspiriert, eine Theaterwerkstatt zu gründen, die diese Ressourcen bewusst fördert. 

Pädagogische und therapeutische Ziele
Theaterspielen hat an sich eine therapeutische und pädagogische Wirkung. Theater spricht die Emotionen und nicht den Verstand, die Phantasie und nicht die Logik an, Originalität ist wichtiger als Leistung. Es gibt nicht richtig oder falsch, oder anders gesagt: Was zuerst als Fehler erscheint ist vielleicht gerade die Stärke eines Menschen, das was seine besondere Persönlichkeit auszeichnet. Im Theater werden Seiten der Persönlichkeit gefördert, die im normalen Alltag eher verdeckt oder unterdrückt werden. Im Theater durchleben wir menschliche Grunderfahrungen und Grundbedürfnisse: Sich Gehör verschaffen, sich ausdrücken, von andern wahr- und ernst genommen werden, eine Bühne vorfinden, wo die eigene Persönlichkeit für einen Moment im Zentrum stehen darf.

Kulturelle und integrative Ziele
Die integrierte Theatergruppe will sowohl die Unterschiedlichkeit als auch die Gemeinsamkeiten der Schauspieler mit einer Beeinträchtigung und den Schauspielern ohne Beeinträchtigung ernst nehmen. Gerade aus der Spannung zwischen Gleichsein und Verschiedensein entsteht die Dramatik, aus dem Theater hervorgeht. Theater stellt ein ideales Medium dar, um die sonst wenig wahrgenommenen Fähigkeiten von beeinträchtigen Menschen einem breiteren Publikum näher zu bringen. Der Mensch mit einer Beeinträchtigung erlebt, dass er etwas zugeben hat, das für Andere (nicht nur für seine Betreuer und Angehörige) von Bedeutung ist.


Organisatorisches Konzept der Theaterwerkstatt


Proben: Wir proben jeden Di. und Do. von 14.00 – 16.30

1. Phase: August - November   Proben
Wir trainieren und experimentieren mit der Gruppe verschiedene Ausdrucksformen des Theaterspiels.
Wir nähern uns einem Thema auf spielerische Weise an, welches wir gemeinsam zu einem Theaterstück weiternentwickeln .


2. Phase:  Januar  - Mai             Proben
Wir arbeiten am neuen  Theaterstück bis zur Bühnenreife.

3. Phase: April - Mai                    Öffentliche Auftritte
Wir zeigen unser erearbeitetes Theaterstück  an verschiedenen Veranstaltungsorten dem Publikum.


Wer kann teilnehmen?

Menschen mit einer Beeinträchtigung als Teilnehmer der kontinuierlichen Theatergruppe.
Personen ab 16 Jahren. Sie müssen selbständig zu den Proben und Aufführungen kommen und gehen können.
Zwei Nachmittage müssen für die Theaterwerkstatt zur Verfügung stehen.

Menschen ohne Beeinträchtigung können für eine Produktion an der integrierten Theatergruppe teilnehmen.

Kosten: Fr. 15.- pro Probe (doch Kosten sind kein Hinderungsgrund)


Schnupperzeit
 
Jeder interessierte Schauspieler durchläuft eine Schnupperzeit von einem Monat.